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„Lady Curzon“ ist out! - Es lebe die Meeresschildkröte!

Sicherlich hat der eine oder andere von uns in früheren Jahren hin und wieder eine Schildkrötensuppe zu sich genommen, ohne sich darüber groß Gedanken gemacht zu haben, was er da eigentlich veranstaltet.

Es war „in“ und man wollte ja mitreden können, wenn sich andere Leute darüber unterhielten, wie fantastisch diese Suppe denn nun schmeckte.

Diese Zeiten sind „Gott sei Dank“ ja nun ein für alle mal vorbei.

Zumindest in Europa aber auch in einigen anderen Teilen der Welt haben die Menschen inzwischen das Bewusstsein erlangt, Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, weder zu verspeisen noch als Andenken aus fernen Ländern ins Haus zu holen (die Lager des Zolls sind inzwischen sowieso maßlos überfüllt mit konfiszierten Trophäen), noch sie unter dem Vorwand „wärmend“ als Kleidungsstücke zur Schau zu stellen.
Leider gibt es immer noch genügend gedankenlose, nein besser gesagt gehirnlose Geschöpfe (in der Regel ist es leider meistens das weibliche Geschlecht), die es einfach nicht begreifen mögen oder wollen.

Es gibt aber auch Menschen auf diesem Planet, die nicht nur tierliebend sind, was sie schon sehr auszeichnet, sondern es gibt Menschen, die ein Naturbewusstsein haben, was bewundernswert ist. Und diese setzen sich dann mit Leib und Seele für die Kreatur ein, für die sie sich entschieden haben, durch Zufall, durch Zuneigung oder einfach weil sie die Not erkannt haben, für die, welche gerade ihre Hilfe benötigen.

SOS-Tartarugas entstand auf Cabo Verde als sich Jacquie Cozens und Juan Blanco für die gleiche Sache, nämlich die Rettung der Meeresschildkröten einsetzten.

Ich erfuhr von SOS-Tartarugas auf ganz anderem Wege, was ich kurz schildern möchte.

Ende Dezember 2008 erhielt ich unerwartet von SOS-Tartarugas eine E-Mail, dass man mich beglückwünschen würde, da ich ein am 18.12.2008 geschlüpftes Schildkrötenbaby mit Namen Vovo adoptiert hätte.

Es waren zwei hübsche Fotos beigefügt, die zeigten, dass Vovo es sehr eilig hatte, das Meer zu erreichen.

Seinerzeit hatte ich keine Erklärung dafür, wie diese Adoption zustande gekommen war, wollte aber, wenn ich wieder auf Cabo Verde sein würde, der Sache auf den Grund gehen.

Es dauerte nicht lange, es war Anfang Januar 2009, als ein Postzusteller uns einen in Plastikfolie eingebetteten größeren Brief übergab. Die Folie trug den Vermerk, dass die Sendung leider beschädigt und deshalb von der Deutschen Post mit Kunststoffhülle versehen sei.

Ich entdeckte sehr schnell, dass dieser Brief in Santa Maria, also auf Sal, Cabo Verde aufgegeben worden war. Eine langjährige Freundin war der Absender. Sie hatte den Vermerk „Nicht falten“ in Deutsch und in Portugiesisch „favor nao dobrar“ groß und gut sichtbar auf dem Umschlag angebracht.

Selten hatte ich einen solch ramponierten Umschlag in Händen gehalten!

Umso schöner war der Inhalt dieses Umschlags. Er enthielt ein Zertifikat, welches nach mehrmaligem Bügeln wieder einigermaßen manierlich wirkte, und welches ich nachstehend abbilde.

Meine Freundin aus Santa Maria war es also, die diese wunderbare Idee gehabt hatte, uns zum Weihnachtsfest mit der Adoption einer Babyschildkröte namens „Vovo“ zu überraschen.

Ein eher seltenes aber originelles Geschenk zu Weihnachten und noch dazu ein hilfreiches, was den Schutz der bedrohten Meeresschildkröten angeht.

Mit dem kleinen Beitrag, der für das Zertifikat entrichtet werden muss, können die Schützer der Meeresschildkröten weitere rettende Maßnahmen ergreifen.

Mehr Informationen unter: SOS-Tartarugas.org. Bildquelle: SOS-Tartarugas.org.