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Sal

Die Salzig-sandige.

Fortsetzung …………..nach Rückkehr von der Insel Maio

Leider haben wir dieses mal kein Wochenende auf der Insel Maio verbringen können, da wir schon Samstags zurückflogen, um die Eröffnung der neuen kleinen Bar, die unser Freund Mateus seiner Frau in Santa Maria auf SAL eingerichtet hatte, am 05.12.2005 mitfeiern zu können. Wir hatten zuvor eine schriftliche Einladung erhalten und wollten auf gar keinen Fall fehlen.

Die BILU-Snak-Bar findet man, wenn man vor dem Mercado (afrikanischer Markt) nach rechts abbiegt und in Richtung Hotel „Odjo de Aqua“ läuft und kurz vorher links in die Seitenstraße einbiegt.

Sie befindet sich am Anfang auf der rechten Seite und man kann sich innen wie auch außerhalb aufhalten. Das Umfeld ist momentan noch nicht ganz so schön, weil an allen Enden und Ecken Neubauten entstehen.

Es gibt hier leckere Gerichte für kleines Geld. Bei der Einweihungsfeier gab es reichlich erfrischende Caipirinha, weshalb ich dazu „gebackene Moräne“ aß, der man nachsagt, dass sie einen „Kater“ verhindert. Möglicherweise hatte ich an diesem Abend eine zu junge Muräne erwischt!

Ja, so schnell waren die Tage auf Maio vorübergegangen und jetzt befanden wir uns schon wieder auf Sal. Für uns, wie immer, alles viel zu kurz. Wenn alles gut geht, werden wir in 2006 gute 2-3 Monate Zeit haben, die wir auf den Kapverdischen Inseln verbringen werden und wer weiss, vielleicht werden wir auch wieder Maio besuchen. Noch kennen wir nicht alle bewohnten Inseln aber mit Maio neben Fogo, Sal, Santiago und Sao Vicente sind wir wieder reicher an Erfahrungen und Endrücken geworden.

Zu der Zeit, da ich mir Notizen für diese, meine spätere Reiseerzählung machte, saß ich am frühen Morgen vor unserem Häuschen und sah, dass am Strand eine große Hundeversammlung (ca. 20 Tiere) stattfand.

Dies ist ein Thema, welches ich unbedingt aufgreifen möchte. Also ich liebe Tiere sehr und was diese Menge an streunenden Hunden in Santa Maria angeht, so bricht es mir fast das Herz, was man hier für elenden abgemagerten, verfilzten und verlausten, mit Zecken übersäten Kreaturen begegnet.

Ein großer Teil der Bevölkerung, auch noch hier auf Sal, lebt am Existenzminimum und hat außer einmal täglich einen Teller Reis oder aber auch nichts zu essen, aber diese Masse der hungernden Hunden bewegt mir auch sehr und ich denke, dass hier unbedingt eine Lösung gefunden werden müsste. Sie betteln
nicht etwa, sie schauen einen nur wartend und geduldig an, ob man denn nicht doch etwas „fallen“ lässt, was zu verwerten ist.

Natürlich sind die Restaurantbesitzer bestrebt, die Tiere von den Gästen fernzuhalten und sie machen es auf eine sehr humane Art, in dem sie mit einem Tuch wedeln oder Zischlaute von sich geben.

Leider musste ich allerdings mehrfach Touristen – auch aus meinem Heimatland – dabei beobachten, wie sie grundlos nach den armen Kreaturen traten. Aus Frust? Aus Lust? Aus Zeitvertreib? Ich kann mich in solchen Situationen nicht zurückhalten und gebe immer meinen Ärger darüber kund.

In Brasilien gilt unter anderem für solche Fälle der Ausspruch „Gott schläft nicht“! den ich dann auch gerne anwende.

In Santa Maria erlebten wir aber überwiegend schöne Sachen, die ich nachstehend noch zu Papier bringen möchte.

Wir wurden von einem guten Bekannten, LINO, zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Sie fand am 12.12.2005 in Santa Maria statt. Da wir an diesem Tage noch einen anderen Termin zuvor wahrnehmen wollten, trafen wir etwas später ein als die anderen Gäste. Wie man unschwer hören konnte, war die Feier schon in vollem Gange. Wir betraten nun das Haus und gleich im Eingangsbereich auf mehreren Matratzen lagen eine ganze Reihe Babys und Kleinkinder, nebeneinander aufgereiht, wie die Orgelpfeifen. Trotz der sehr lauten Musik, die von weiter oben kam, schliefen sie alle tief und fest. Auf der anderen Seite standen etliche gebrauchte Pfannen und Töpfe und man konnte sehen, dass man es sich hier und heute hatte gut gehen lassen.

Nun ging es eine ziemlich steile Treppe hinauf; ein Geländer war nicht vorhanden, worüber ich mir aber zu dem damaligen Zeitpunkt keinerlei Gedanken machte, weil ich neugierig darauf war, wer alles anwesend sein, und was uns erwarten würde. Wir wurden ganz herzlich begrüßt und schon fanden wir uns auf der Tanzfläche, die in der Mitte des Raumes war, wieder. Rund herum standen viele Leute, von denen wir einige kannten, und es waren provisorisch ein paar Tische aufgebaut, auf denen leckere Speisen und Getränke angeboten wurden. Die Geburtstagsfeier war sehr schön und es wurde getanzt, getrunken und gelacht.

Ein junger, allerdings ziemlich angetrunkener Mann reklamierte zwar die Anwesenheit von zwei Weißen, entschuldigte sich aber immer wieder, nachdem ich ihn gefragt hatte, ob es unsere Schuld sei, dass wir weiß wären.

Als es für uns an der Zeit war, zu gehen, galt es wieder, diese geländerlose Treppe hinunter zu gehen, was mir persönlich etwas Angst machte, da ich beim Hinaufgehen gar nicht wahrgenommen hatte, wie hoch wir hier heraufgestiegen waren. Nun, alles ging gut, die Feier hatte uns sehr gut gefallen und war wohl noch lange nicht zu Ende, obwohl der Morgen schon angebrochen war, und mein Mann und ich gingen beschwingt nach Hause.

Als wir am nächsten Tag durch Santa Maria spazierten, machte mein Mann mich darauf aufmerksam, dass dies das Haus sei, wo wir die Nacht gefeiert hätten und man gerade dabei war, das so genannte Zimmer zu demontieren.
Jetzt erst begriff ich, dass es sich bei dem „Zimmer“ um das Flachdach des Hauses gehandelt hatte.

Praktisch und luftig! Fischernetze waren zur Sicherheit rundherum gespannt, die man innen mit Planen versehen hatte. Ebenfalls diente eine Plane als Dach, sollte es denn nun doch ausnahmsweise einmal regnen.

Demontage des "Zimmers"

Da wir in der Dunkelheit am Abend zuvor zu diesem Haus gekommen waren, hatte ich nicht die geringste Ahnung, wo und wie wir uns hier aufhielten. Aber das muss man den Leuten lassen, praktische Ideen haben sie.

Bei meiner „Höhenangst“ war es nur zu gut, dass ich vorher nicht Bescheid wusste, dass es zum Feiern auf ein Flachdach hinaufging!

Nicht jeden Abend sind wir ins Dorf gegangen. Hin und wieder haben wir auch die Abende im Hotel verbracht. Vor allem dann, wenn die Live Musik des Sängers DJILA, dem Bruder des im Jahre 2004 mit nur 52 Jahren verstorbenen ILDO LOBO angekündigt war.

Nicht nur, dass sich die beiden Brüder verblüffend ähnlich sehen, auch die Stimme von DJILA gefällt uns genau so gut, wie die des berühmten Sängers ILDO LOBO.

Djila

Besonders stolz bin ich auf die persönliche Widmung auf dem Zeitungsausschnitt!

Noch heute gibt es viele Fans, die zum Andenken das T-Shirt mit seinem Foto tragen.

Bevor ich mit der Erzählung meiner Erlebnisse im vergangenen Jahre auf Cabo Verde schließe, möchte ich noch ein Foto einfügen, welches ich am Strand von Santa Maria gemacht habe.

Es handelt sich um das Schiff mit dem Namen Hanseatic der Hapag Lloyd. Nicht nur für uns war es das 1. Mal, solch ein Schiff hier zu sichten, weder der Strandwart, noch irgend jemand anders, den wir danach fragten, hatte bis dato solch ein großes Schiff hier in Strandnähe gesehen.

Auf gar keinen Fall darf ich versäumen, über die Kinder bzw. Jugendlichen, die am Strand von Santa Maria leben, zu berichten. Vor diesen Jugendlichen bauen einige Touristen, vor allem die, die ihre Sprache nicht verstehen, eine gewisse Scheu auf bzw. man vermutet, wie ich mehrfach hörte, hier kleine Diebe vor sich zu haben. Die Kinder, die sich am Strand aufhalten, sind erstens so gut wie nie von der Insel Sal und zweitens keine Gauner.

Meist sind es Kinder, die von Müttern oder Vätern von Nachbarinseln mitgebracht wurden, weil die Eltern hier auf Sal Arbeit erhofften. Diese Kinder haben außer den Muscheln, die sie von den Fischern erhalten und den Touristen zum Kauf anbieten, nur ihr nacktes Leben. Natürlich müssen sie sich durchschlagen und sehen, dass sie etwas zu essen bekommen, sei es nun durch den Verkauf von diversen Sachen, wie Kettchen, Muscheln oder aber nur durch Bettelei.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass diese, meist Jungs, eher harmlos sind und oft nicht nur des Geldes wegen betteln, sondern sich oft ein wenig Zuneigung oder Aufmerksamkeit erhoffen und sehr glücklich sind, wenn man ihnen ein wenig davon gibt. Geld sollte man grundsätzlich nie geben!

Sagt ein Kind, dass es Hunger hat; in den meisten Fällen zeigt die Gestik – Hand über den Bauch streichend, dann zum Mund führend, dabei ein hungriges Gesicht - besorgt man ihm eben etwas zu essen oder man kauft ihm für einen geringen Betrag etwas ab, damit es sich etwas zu essen besorgen kann. Wo liegt hier die Schwierigkeit?

Ich schreibe dies deshalb so ausführlich, weil ich mich nachträglich noch immer darüber aufregen kann, wenn ich so manch’ einen Urlauber beobachte, der locker, für ihn locker 2 oder gar 5 EURO (die 2. Währung auf CV, aber nur auf SAL) hergibt, um möglichst schnell seine Ruhe zu haben. Manch ein Familienvater arbeitet hart dafür, auf den Kapverden auch heute immer noch, z.B. auf dem Bau, einen ganzen Tag lang.

Bei dem Wort „Bau“ möchte ich auch noch kurz über die Erfahrungen des erst kürzlich eröffneten RIU-Hotels berichten. Das Reiseunternehmen TUI hatte es wohl zur Einführung zu Super-Sonderpreisen angeboten, was auch kräftig genutzt wurde.

Sondermaschinen der Condor gibt es sogar ab Airport Düsseldorf nach Sal.

Diese 1000-Zimmer-Burg liegt um die Landzunge herum auf einsamer Flur. Von und zum Ort läuft man gute 50 Minuten. Viele Urlauber haben ihre überwiegend negativen Erfahrungen und Erlebnisse kundgetan; auf Sal, wie auch auf dem Rückflug nach Deutschland.

Man musste sich scheinbar durch erzählen „erleichtern“. Nichts Gutes war dabei, ausschließlich Unzufriedenheit machte sich breit! Massenabfertigung trotz der 4 Sterne. Bei leichtem Sturm kein Strand mehr vorhanden, da überspült.

Die Anlage würde am frühen Abend hermetisch abgeriegelt und am späten Morgen erst wieder geöffnet. Besuch von Freunden, die in einem anderen Hotel untergebracht waren, nicht möglich, da kein Einlass gewährt wurde. Schuhwechsel am Eingang (Sandeinschleppung!?) usw.

Wie so oft, hatten die meisten Leute die Anlage während des Aufenthalts auf Sal nicht verlassen, waren aber auf den Kapverden und werden zu Hause von dort natürlich nichts Positives zu berichten haben.

Positives habe auch ich nicht zu berichten, aber nur was meinen langjährigen Lieblingsplatz, den Steg/Pontao betrifft, welchen ich ja oft genug in meinen früheren Erzählungen erwähnt habe.
Nicht nur, dass er jetzt im ersten Drittel kurz vor dem Einbruch steht (hängt), es wurde nun auch noch ein Schild angebracht, dass das Betreten gefährlich bzw. verboten ist.

Es gibt so viele andere schöne Stellen in Santa Maria und ich muss, so schade es ist, dort nicht mehr unbedingt hinaufgehen. Er ist zwischenzeitlich beim Eintreffen der Fischerboote leider sowieso ständig restlos überfüllt von schaulustigen Urlaubern.

Der Steg an einem ruhigen Nachmittag

Ich hoffe, dass für diejenigen, die Cabo Verde kennen, meine diversen Reiseerzählungen ein wenig unterhaltsam waren und denjenigen, die Cabo Verde kennen lernen möchten, meine Beschreibungen ein wenig Aufschluss über Land und Leute gegeben haben.

Den Bericht habe ich Anfang 2006 geschrieben; seither hat sich natürlich vieles
verändert. So wurde inzwischen z.B. die „Esplanada Mateus“ mit der herrlichen kapverdischen Livemusik und der hervorragende Küche leider geschlossen.
Die Rio-Hotelanlage wurde erweitert und zählt nun schon 1.500 Zimmer und der Steg/Pontao wurde komplett erneuert!

Wenn Sie, liebe Leser, Fragen haben sollten, so können Sie gerne Verbindung mit mir aufnehmen!